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Sichtbar oder versteckt? Armut im Stadtbild: Mo. 15.6., 10-18h

Acht Sendestunden aus acht Städten: Programmschwerpunkt Armut
Gemeinschaftsproduktion der freien Radios FRO, Freirad, B138, Orange, Helsinki, Campus & City Radio 94.4, Freistadt und Radiofabrik

Acht Radio-Sendestunden aus acht Städten/Regionen zeigen ein Österreichpanorama der Armut und des Umgangs damit auf. Ein Themenfeld, das von Wien bis Innsbruck und von Freistadt bis Graz die Menschen in ähnlichen und doch sehr unterschiedlichen Formen betrifft und beschäftigt. Dieser Programmschwer- punkt, gemeinsam gestaltet von acht freien Radios Österreichs, setzt sich mit generellen und lokal- spezifischen Inhalten zu Armut auseinander und bietet sozialpolitische Diskussionen, Alltagserfahrungen und Lösungsansätze.

Der St. Pöltner Beitrag über Armut im Stadtbild »Arme Landeshauptstadt? Na, bei uns gibt’s des net! Oder doch?« wird von Ingrid Bichler, Jutta Summer, Hilde Hanausek und Birgit Flaggl – vier Radiomacherinnen des Campus & City Radio 94.4 – gestaltet. Hanausek und Flaggl haben auch beruflich mit dem Thema zu tun, sie engagieren sich u.a. beim Armutsnetzwerk NÖ. In der Sendung kommen Expert_innen aus der mobilen Jugendarbeit, Betreuer_innen von Notschlafstellen, und von Armut betroffene Jugendliche und Frauen und Männer zu Wort. Neben der Frage, wo sich Obdachlose in St. Pölten aufhalten und wie sie ihr Leben meistern, will der Beitrag auch aufzeigen, wie Solidarität die Not lindern kann. So gibt es etwa Tauschkreise, die sich über Facebook organisieren. Auch der »Brennpunkt Bahnhof St. Pölten« wird thematisiert: Nach Medienberichten über angeblich gewalttätige arbeitslose Jugendliche, die teils ob- dachlos sind und sich dort aufhalten, fragen wir bei eben diesen aber auch bei der Polizei nach, wieviel wahrer Kern in derartigen Berichten steckt.

Seit 2014 findet zweimal jährlich ein gemeinsamer Programmtag der freien Radios Österreichs statt: jeweils am 26. Oktober zu einem Kulturthema, und am 15. Juni mit politischem Inhalt. Das gemeinsame Programm ist auf allen beteiligten Radiostationen zu hören. Die Freien Radios Österreichs verstärken damit ihre thematisch-inhaltlichen Kooperationen und präsentieren ortsspezifische Anliegen in einem über- regionalen Zusammenhang.

Die Beiträge zum Programmschwerpunkt »Sichtbar oder versteckt? Armut im Stadtbild« sind nach der Ausstrahlung am 15. Juni im Cultural Broadcasting Archive (CBA) archiviert und zum Nachhören abrufbar.

Das Programm:

10 Uhr: Radio FRO, Linz: Armut im Blickkontakt
Das Infomagazin »FROzine« macht zum Einstieg den Austausch im Austausch hörbar: Folglich beschränkt sich der lokale/regionale Blick nicht auf Linz, sondern die Redaktionen anderer Infomagazine anderer freier Radios in Österreich steuern ebenfalls Beiträge aus ihren Regionen bei. Aus diversen Perspektiven wird Blickkontakt mit Armut in österreichischen Städten aufgenommen.

11 Uhr: Radio Freirad, Innsbruck: Bettelnde Menschen in Innsbruck. Die Kriminalisierung eines Menschenrechts
Innsbruck ist neben Salzburg die einzige österreichische Landeshauptstadt, die temporäre Bettelverbote für die Innenstadt beschlossen hat. Welche Auswirkungen das auf die betroffenen Menschen hat und welche Formen des Widerstandes es dagegen gibt, darüber spricht Freirad mit Vertreter_innen der Bettel- Lobby Tirol und dem Verein für Obdachlose. Christina Streitberger hat dazu auch Stimmen der Innsbrucker Bevölkerung eingefangen und Selina Mittermeier hat mit Innsbrucks Stadtpolizeikommandanten Martin Kirchler gesprochen.

12 Uhr: Radio B138, Kirchdorf an der Krems: Von Sozialmärkten und Lebensmitteldumpstern
In Gesprächen mit Betreibern und Kunden eines Sozialmarkts und mit Menschen, die sich regelmäßig von selbstgesammeltem Weggeworfenen ernähren, gehen wir der Frage nach, wieviel Mut im Wort Armut steckt.

13 Uhr: Radio Orange, Wien: Der geschärfte Blick
Martin Schenk blickt für »Radio Augustin« hinter die Fassaden von Wien. Als Sozialexperte und Mitbe- gründer der Armutskonferenz ist er ein aufmerksamer Beobachter seiner Umgebung.

14 Uhr: Radio Helsinki, Graz: Wohnen als Menschenrecht – nur auf dem Papier? Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Graz und in Österreich
Wohnen als eines der elementarsten Grundbedürfnisse des Menschen wird immer weniger erschwinglich, viele Menschen sind durch die Preissteigerungen der vergangenen Jahre obdach- bzw. wohnungslos geworden. In dieser Sendung, die Radio Helsinki zusammen mit Frauen gestaltet, die zurzeit wohnungslos sind, beleuchten wir »Armut und Wohnen« aus der Sicht von Betroffenen wie von Expert_innen.

15 Uhr: Campus & City Radio 94.4, St. Pölten: Arme Landeshauptstadt? Na, bei uns gibt’s des net! Oder doch?
St. Pölten – die jüngste Landeshauptstadt. Idyllisch mit Freizeitanlagen für alle, die Spaß haben möchten. Aber wo halten sich jene auf, die keine Wohnung haben und/oder kein Geld? Wir haben die Fragen Wer, Wo und Warum recherchiert. Und auch entdeckt, wie Solidarität neue Möglichkeiten schafft.

16 Uhr: Freies Radio Freistadt: Arm am Land
Armut ist am Land kaum sichtbar, trotzdem existieren drei Sozialmärkte im Bezirk Freistadt. Wie ist Armut am Land ausgeprägt und wie entwickelt sich die Zahl der Betroffenen? Renate Leitner (»Sozialservice«) und Herbert Stummer (Sozialmarkt) im Gespräch mit Claudia Prinz vom Radio Freistadt.

17 Uhr: Radiofabrik, Salzburg: Sektorales Bettelverbot in der ›solidarischen Stadt‹
Teil 1: Mitte Mai hat die Stadt Salzburg ein sektorales Bettelverbot beschlossen – nach jahrelangen Diskussionen, runden Tischen und »Bettelkonferenzen«. Die Salzburger Plattform für Menschenrechte versucht in der ersten halben Stunde zu ergründen, wie es dazu kommen konnte.
Teil 2: Ist Salzburg eine solidarische Stadt? Aufzeichnung einer Livediskussion im Außenstudio der Radiofabrik beim Salzburger »Aktionstag einer solidarischen Stadt« am 12. Juni mit Georg Aigner (Verkäufer bei der Straßenzeitung »Apropos«), Robert Buggler (Sprecher der Salzburger Armutskonferenz) und Anja Hagenauer (Vizbürgermeisterin, Sozialstadträtin).